Archiv der Kategorie 'Uncategorized'

30
Mai
10

Murtagh hieß er früher.

Die späte Mittagssonne warf ihre Strahlen durch die hohen gotischen Fenster und erleuchtete den Saal, der an Wänden, Decke und Boden mit hellem Marmor ausgekleidet war. Einige Strahlen verirrten sich bis zu den Ringen an der Hand des Lords, deren Steine sie in allen Farben brachen und durch den Raum schickten. Sie schafften es, die Aufmerksamkeit des jungen, weiß gekleideten Mannes am linken Ende des Tisches zu wecken – etwas, was die Rede des Lords schon seit Stunden nicht mehr vermochte. Fasziniert beobachtete er das Spiel der Farben an den Wänden, die blitzenden Lichter, als der Lord heftig gestikulierte. »… untragbar! Ich kann nicht zulassen, dass sie so etwas wagen! Es ist …« Der junge Mann sah zu, wie sich buntes Licht und Schatten über dem Mund des Lords abwechselten, während sich dieser unentwegt öffnete und schloss.
Gedankenverloren fuhr er eine Scharte im schwarzen Marmor des Tisches nach, während er immernoch den Lord anstarrte, unfähig, ihm seine Aufmerksamkeit zu widmen. Stattdessen verfolgte er mit seinen Blicken die Hände des Lords, die unentwegt durch die Luft fuhren; es schien, als versuche er, sie zu zerschneiden.
Hatte er sich gerade geschnitten? Der junge Mann war sich sicher, einen Tropfen Blut an seiner Hand gesehen zu haben. Dunkelroter Schimmer, der von Sonnenstrahlen getroffen wurde: instinktiv fasste der junge Mann an seinen Gürtel – doch seine Hand griff ins Leere. Ein missbilligender Blick von seinem Sitznachbarn war alles, was er erreichte. Enttäuscht entspannte er sich und ließ die Hand herabhängen; es war nur ein Ring mit einem blutroten Stein gewesen. Und selbst wenn des Lords Hand geblutet hätte, dachte er sich, wäre das die falsche Reaktion gewesen.
Schnell verlor er sich wieder in Gedanken. Er betrachtete die Muster auf dem Marmorfußboden – und ertappte sich dabei, wie er in ihnen Schwerter und Messer sah. Über sich selbst erschrocken, riss er sich von dem Anblick los. Er sehnte sich nach dem Ende dieser Besprechung, wohl wissend, dass ihre Inhalte für ihn wichtig werden könnten, und dennoch – bisher hatte er noch jede Schlacht geschlagen. Er würde auch dieses Mal auf seine Fähigkeiten vertrauen können.

06
Jul
09

Sir Murtagh.

Mein Name ist Sir Murtagh. Ich gehöre den Reitern der Eklipse an und habe eine entscheidende Rolle bei der Schlacht von Dilantòr gespielt. Doch meine Geschichte ähnelt in keinster Weise der eines anderen Dunklen Reiters: sie ist — gelinde gesagt — sehr turbulent und es auf jedenfall wert, erzählt zu werden.

Alles begann vor einigen Jahren — ich war damals Mitglied der berühmten Weißen Ritter unter Lord Mikael — als die Schwarzen Horden sich im Herrschaftsgebiet Dilantòrs niederließen. Natürlich war Mikael alles andere als erfreut, herrschte er doch schon seit Jahren uneingeschränkt über Dilantòr, das schon immer in Zwist mit den Schwarzen Horden stand. Keiner hat es ihm damals verübelt, dass er angesichts der Dunklen die Beherrschung verlor und ohne Kundschafter loszuschicken den Angriffsbefehl gab — aber damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Es wurde zuerst ein kleiner Trupp heiliger Magi ausgesendet, der eigentlich stark genug war, diese “Hand voll Dunkler”, wie Mikael sie genannt hatte, zu besiegen. Doch weit gefehlt! Die Schwarzen Horden hatten Dilantòr wohl als neues Wohngebiet auserkoren und wollten sich heimisch niederlassen, jedenfalls waren sie mit Kind und Kegel vertreten und machten so (dank eines Verhältnisses von etwa 20 000:1) aus den Heiligen Magi Heiliges Kleinholz und rotes Weihwasser. Als Erwiderung auf die Magi schickten sie ihre besten Krieger in Richtung Schloss Mikallia, wo Mikael regierte. Die waren natürlich nicht mit ein paar Magi aufzuhalten; Dilantòrs gesamte Armee wurde kampfbereit gemacht. Und hier komme ich ins Spiel.

Wie bereits erwähnt, gehörte ich den Weißen Rittern an, einer Eliteeinheit in Mikaels Armee. (Genauer gesagt, war ich sogar Truppenführer). Zugegeben, man hätte mich, wenn man mich mit meinen roten Augen und dem schulterlangen schwarzen Haar, sowie meiner Vorliebe für schwarze Kleidung gesehen hätte, nicht unbedingt für einen Weißen Ritter gehalten, aber ich war — bei aller Bescheidenheit — der Beste unter ihnen und hatte auch nie mit dem Gedanken gespielt, einen meinem Äußerem entsprechenderen Posten einzunehmen, auch wenn das oft gemunkelt wurde. Mir gefiel die Position bei den Weißen Rittern — es verschafft natürlich auch ungeheures Ansehen, wenn man zu ihnen gehört. Wir jedenfalls musssten als beste Kampfeinheit natürlich an vorderster Front kämpfen. Wir zogen also mit vielen anderen Einheiten zusammen Richtung Plateau Dilán, der großen Ebene, wo die Armeen aufeinandertreffen würden.

Es war wirklich ein erschreckendes Bild — Schreie ertönten und an vielen Stellen sollen Soldaten in Ohnmacht gefallen sein, selbst ich rang stark mit meiner Beherrschung. Meine Knie zitterten wie Espenlaub in einem Orkan und meine Hand, die ich auf den Schwertknauf in meinem Gürtel gelegt hatte, fühlte sich an, als befänden sich in ihrem Inneren keine Muskeln, sondern das, was mein Schoßhund des öfteren als Ergebnis von Verdauungsstörungen von sich gibt. Meine Schwertspitze zog kleine Kreise, als tanze sie vor Freude — wobei Freude in unserer Armee wahrscheinlich nicht ein mal mehr als Erinnerung vorhanden war. Schließlich nahm ich mich zusammen und blickte dem Unheil direkt ins Auge.

Auf den ersten Blick sah man nicht viel; eine Woge aus schwarzen oder schwarz gekleideten Leibern, aus denen alle hundert Meter die große Standarte der Schwarzen Horden herausragte: ein schwarzer Totenkopfrelief auf giftgrünem Grund — das Bild, vor dem die meisten Dilantòrer sich mehr fürchteten als vor dem Tod. Die Woge schien endlos zu sein — sah man nach links, erstreckte sie sich bis zum Horizont, sah man nach rechts, erstreckte sie sich bis zum Meer, an das Dilantòr grenzt. Man konnte natürlich nicht sagen, dass Dilantòr weniger Soldaten hatte oder diese schlechter ausgebildet waren, trotzdem wurde einem beinahe übel, wenn man die großen Orks und Trolle, die furchterregenden Werwölfe, geritten von gemeinen kleinen Goblins, und die Schwarzen Magi, sowie die von ihnen herbeigerufenen Dunklen Geister und Untoten sah. Weit hinten in ihrer Armee sah man, von den vier größten Orks getragen, den großen Thron mit dem Schwarzen Magus Mal-Raven, der von einer unheimlichen schwarzblauen Aura umgeben schien. Allein bei seinem bloßen Anblick rannten manche schreiend in die Kapellen und beteten, was sie konnten. Doch Götter würden in dieser Schlacht nicht mehr helfen können. Es lag allein an uns.

Die Fronten prallten aufeinander. Sofort sah ich mich im Gefecht mit zwei Orks, einem Werwolfsreiter und einem Dunklen Adepten, die auf mich einschlugen, mich zu beißen versuchten und mich mit Kalter Magie angriffen. Doch mein Schwert ließ mich vorerst nicht im Stich. Ich schlug wie ein Besessener um mich, um etwas Spielraum zu gewinnen, und versetzte dem einen Ork einen schweren Schnitt in den Oberarm, sodass der vor Schmerz zu Boden ging und mein Pferd Dorn mit grünem Blut bespritzte. Es scheute und trat ihm ins Genick. Den zweiten Ork konnte ich mit einem Schwertstoß mitten durchs Herz niederstrecken und dem Werwolf rammte ich meinen silberbeschlagenen Stiefel in das reißzahnbestückte Maul. Der kleine Goblin auf seinem Rücken wurde zu Boden geschleudert und von wütenden Soldaten beider Parteien zertrampelt. Mit dem Dunklen Adepten, der außer seiner Magie keine nennenswerten Fähigkeiten hatte, hatte ich leichtes Spiel. Doch kaum hatte ich diesen Ansturm bezwungen, wurde ich schon wieder bedrängt. Mein Schwertarm wirbelte wie der Blitz durch die Luft, mit dem anderen, schildbestückten wehrte ich Angriffe ab, schnell wie der Wind. Doch selbst ich konnte dies nicht ewig durchhalten, und ohne die magischen Kraftreserven, die unsere Magi den Soldaten — und auch mir — übertrugen, wäre ich schon längst von Dorns Rücken gefallen. Mein Schwert aus reinstem weißem Feensilber blitzte rot oder grün — manchmal auch schwarz — auf, wenn es vom Blut der gefallenen Gegner trank und mein Schild fing Schläge mit dumpfen Tönen ab, und die ehemals weiße Oberfläche war nun schwarz. Auch Dorn war nicht mehr das, was man einen Schimmel nennen konnte — eher ein bunt geflecktes Zirkuspferd (nur, dass es im Zirkus wesentlich lustiger zuging). Plötzlich kam ein Pfeil auf mein Herz zugeflogen. Ich konnte mich gerade noch rechtzeitig ducken, doch traf er mich im rechten Auge. Weiße Magi konnten zwar alle möglichen Arten von Verletzungen heilen, aber um Augen zu regenerieren, brauchte man schwarze Magie, denn nur ein Todesopfer verschaffte einem genügend Energie, die Sehkraft wiederherzustellen, und natürlich konnte man nicht einfach irgendein Kriegsopfer verwenden. Eine komplizierte Zeremonie war nötig und es musste Neumond sein. Ich brüllte vor Schmerz auf, riss eine Keule einem nahen Ork aus der Hand und warf sie mit letzten Kraftreserven nach dem Schützen. Er ging zu Boden, und ich verlor für einen Moment die Besinnung. Als ich wieder zu mir kam, lag ich neben Dorn, umringt von Schwarzen Magi, auf blutgetränktem Boden. Doch sofort preschten die noch lebenden Weißen Ritter auf mich zu und wüteten unter den Magi so sehr, dass ich Dorn wieder besteigen konnte und meinerseits angreifen. Wir löschten die Magi aus und die Schlacht ging weiter. Wie lange, weiß ich nicht mehr, doch ich kämpfte mit doppelter Wut und halber Sehkraft wie ein Wilder. Plötzlich sah ich, dass alle anderen Weißen Ritter ausgelöscht waren und ich der Einzige dieser Eliteeinheit war, der noch stand.

Ein schwarzer Schatten kam auf mich zu. Ich schrak zusammen. War dies einer der Dunklen Geistern, die die Nekromanten der Schwarzen Horden beschworen hatten? Sie sollten den Körper willenlos machen und ihn dazu zwingen, für die Schwarzen Horden zu kämpfen!

Er kam immer näher. Ich sah mich um. Weglaufen war in diesem Kampfgetümmel unmöglich! Mir blieb nichts anderes als zu bleiben.

Probeweise schwang ich mein Schwert gegen ihn; ein Ruck ging durch meinen Schwertarm, und ein unheimlicher Ton erklang, so, als ob die Welt für kurze Zeit aus den Fugen geraten wäre; er ging mir bis ins Mark und entzündete in meiner Seele ein Feuer der Furcht, so heiß, dass ich mich wunderte, dass keine Krieger um mich her verbrannten. Ich sah mein Schwert an, und die Klinge war schwarz geworden — doch nicht einfach nur schwarz, sondern von einem so tiefen und lebendigen Schwarz, dass es sich anfühlte, als sei ich blind geworden. Es hielt mich gefangen; doch ich schaffte es, alle Willensstärke aufzubringen und den Blick abzuwenden.

Ich hätte es besser nicht tun sollen, denn um mich herum sah es alles andere als rosig aus: Weitere Dunkle Geister waren aufgetaucht und stürzten sich auf unsere Krieger.

Der Schatten berührte mich. Es war, als ob die Welt zu existieren aufgehört hätte. Ich sah nichts mehr, nur dieses unheimliche, lebendige Schwarz. Ich hörte keinen Schlachtenlärm mehr, sondern nur noch den tiefen, unheimlichen Ton des Todes, den ich vorher schon vernommen hatte. Es gab nichts mehr um mich herum, es gab selbst mich nicht mehr. Es gab nur noch Dunkelheit, die mein ganzes restliches Bewusstsein ausfüllte. Eine lebendige, sich windende Dunkelheit, an deren Rand sich Schatten bewegten. Ich fühlte mich (mich?) wie der lebendig gewordene Tod. Es hielt an, immer weiter, bis ich mir wünschte, zu sterben (falls ich denn noch lebte), und selbst danach noch. Eine Sekunde lang, die so lange dauerte wie zehn Ewigkeiten, sah ich einen reinen weißen Lichtblitz in all dem Schwarz und der Teil von mir, der trotz meiner Nicht-Existenz noch denken konnte, wusste, dass nichts mehr so sein würde wie früher.

Und dann hörte es auf. Ich lag auf dem Schlachtfeld, unbeachtet von Freund und Feind (wer auch immer das sein mochte), Dorn neben mir. Doch etwas war anders. Alles sah dunkler aus. Dorns Fell hatte eine glänzend schwarze, lebendige Farbe angenommen, das selbe Schwarz, das ich die ganze Zeit wahrgenommen hatte, doch es schien nicht mehr unheimlich, sondern vertraut. Nicht nur meine Wahrnehmung schien sich verändert zu haben, sondern auch meine Denkweise. Ich verspürte einen unheimlichen Hass auf Mikael und die Weiße Armee und fühlte mich sehr hingezogen zu den Reitern der Eklipse, das Schwarze Gegenstück der Weißen Reiter.

Und dann fühlte ich es. Ich war … — Ich bin … — »ICH BIN EIN DUNKLER!« Die Worte kamen aus meinem Mund geströmt und fühlten sich richtig an. Ich war ein Dunkler. Und ich bin ein Dunkler!

Meine Aufnahme in den Reitern der Eklipse und alles übrige war nicht weiter kompliziert: Wir hielten eine kleine Aufnahmezeremonie ab und schon war ich wieder mittendrin. Mein Auge allerdings konnten selbst die Dunklen jetzt nicht mehr heilen, es war schon zu lange zerstört. Wir preschten also wieder an die Front und neue, Dunkle Kraft befähigte mich, viel besser zu kämpfen, als ich es selbst in meinen besten Zeiten bei den Weißen getan hatte.

Nun waren die Weißen besiegt. Dilantòr gehörte uns; und ich gehörte zum ersten Mal in meinem Leben wirklich mir. Mein Körper war durch die Dunkle Magie gestärkt, meine Sinne geschärft worden — und ich vermisste mein Weißes Leben keine Sekunde lang.

Ich bin Sir Murtagh, Reiter der Eklipse.

10
Jul
08

Taz.de – Nazideutschland!

Eigentlich ist dies der falsche Ort für das nun folgende, aber weil hier mehr Leser sind möchte ich euch diesen kleinen, wieder ausgegrabenen Screenshot nicht vorenthalten.

TAZ.de und das Sozialministerium

TAZ.de und das Sozialministerium

Was assoziiert ihr dabei?

Wo es gefunden wurde:

Im Rahmen der Hitlerauftritte von Stromberg.

Aktuelles zu unserem Kopflosen

18
Mai
08

Freunde

Die Schulstunden sind der Horror.

Ich bin umringt von meinen Mitschülern

aber ich fühl mich allein, so verdammt allein.

Meine beste Freundin hat keine Zeit mehr für meine Probleme.

Sie redet lieber mit unserer neuen Freundin..

Eigentlich hab ich nichts gegen sie, eigentlich…

Langsam fang ich an sie zu hassen

Sie treibt uns alle auseinander.

Ich muss dabei zugucken

weiß nicht was ich machen soll.

Ich hab doch grade erst eine Freundin verloren,

ich will nicht auch noch den Rest verlieren.

Oder hab ich sie schon verloren und merk es nur nicht?

Ich muss mit ihnen reden, aber ich kann nicht

Ich bring es nicht über mich

weil eigentlich hab ich ja nichts gegen sie

Sie tut mir nur verdammt weh, sie weiß es nur nicht

Ich versuch ihr aus dem Weg zu gehen,

aber ich schaff es nicht..

Jedes mal wenn ich die beiden wieder reden höre, tut es weh

Ich kann nichts dagegen tun

Ich will sie nicht mehr in unserer Klasse haben,

sie soll wieder gehen,

in ihre alte Klasse

ich kann nicht mehr,

weine jeden Tag wegen ihr

allein

wenn ich so allein bin wie ich mich in der Schule fühle..

es schmerzt dieses Gefühl

will nicht mehr allein sein

nicht schon wieder…

früher war ich allein,

allein mit meinen Problemen

ich konnt nicht drüber sprechen

sie hättens alle nicht verstanden

meinen Schmerz und meine Sehnsucht nicht verstanden..

meine Erlösung missbilligt..

Sie bringt mich wieder zum Ritzen

ich spüre es, es ist nur noch eine Frage der Zeit

Zeit heilt keine Wunden, sie werden nur umso tiefer…

Das hab ich gelernt und bald ist es wieder so weit

Der Schmerz sitzt dann zu tief,

zu tief um ihn zu heilen

Dann gibt es nur noch einen Ausweg

Ich muss den seelischen Schmerz ersticken,

gegen den körperlichen ersetzen…

18
Mai
08

Liebe mit ihren schönen Seiten und ihren Nebenwirkungen

Das ganze Leben besteht aus vergangener und stets wiederkehrender Liebe.

Wenn man an die eigene anfängliche Liebe denkt, denken die meisten an Sachen wie die erste große Liebe, an den ersten Freund oder die erste Freundin und den ersten Kuss.

Es mag Menschen geben, die behaupten, der Tod habe nichts mit Liebe zu tun.

Wenn man sich jedoch in Menschen hineinversetzt, die immer jemanden geliebt haben, aber diese Liebe nicht erwidert wurde, dann stellt man fest, dass mache dabei verbittert und sogar Hasserfüllt werden.

Sie sind unzufrieden mit sich und ihren Körpern, sind so unglücklich, dass manche unter ihnen auch oftmals nur den Tod als Erlösung der seelischen Probleme sehen.

Manchen reicht es jedoch auch sich selbst zu verletzen, ihnen geht es dann besser. Es ist, als wenn der seelische Schmerz aus ihnen herausgesogen wird, als wenn der physische den psychischen Schmerz ersetzt, gar vertreibt.

Manche drücken brennende Zigaretten auf ihrem eigenem Körper aus.

Andere ritzen sich mit spitzen Gegenständen bis aufs Blut in die Haut.

Jene unter ihnen, die denken sie wären zu feige, weil sie es nicht schaffen ihrem Leben ein Ende zu bereiten, einen Schlussstrich zu ziehen, diese Leute wissen nicht, wie falsch sie in Wirklichkeit liegen.

Alle, die jemanden kennen der so denkt, sind dazu verpflichtet diese Person vom Gegenteil zu überzeugen. Egal wie. Aber ihr rettet damit das Leben eines wertvollen Menschen.

Viel weiter wollte ich dieses traurige, aber wichtige Thema nicht vertiefen, denn die Liebe hat ja auch viele schöne Seiten. Und ich bin froh, diese Seiten, auch nach mehreren Enttäuschungen erleben zu dürfen.

Ich knüpfe jetzt noch mal an meinen Anfang an.

Wie ich ja bereits sagte, verbinden viele mit der anfänglichen Liebe unter anderem den ersten Freund bzw. die erste Freundin. Daraus schlussfolgernd denken sie auch an den ersten Kuss.

Es mag ja sein, dass in der ersten Beziehung häufig der erste Kuss eine Rolle spielt, aber man kann nicht behaupten, dass es immer so ist.

Manch einer erlebt ihn vielleicht erst mit dem dritten oder vierten Partner, auch wenn dies eher selten vorkommt.

Einige denken gerne an ihren ersten Kuss zurück, andere jedoch weniger. Aber was Besonderes bleibt dieses ’Phänomen’ allerdings schon.

Mit jedem Partner ist natürlich auch alles ganz anders. Es ist jedes mal ein neues Erproben jeglicher Weise. Vom ersten Kuss bis hin zum Sex. Nichts davon wird genauso sein wie mit einem vorherigen Partner.

Jemand der das Gegenteil erwartet, wird hierbei sehr schnell enttäuscht werden.

Eine Beziehung mit dem Menschen, den man liebt, zu haben ist sehr schön. Man kann die Gefühle, die man hat, offen zeigen, darüber reden und sie mit diesem einen, ganz besonderen Menschen teilen.

Es ist schön diese Person zu berühren und zu küssen.

Wenn man spürt, dass man auch geliebt und gebraucht wird, ist es das schönste was es für einen gibt.

Doch Liebe kann auch blind machen.

Wenn man geglaubt hat, der Partner liebt einen so abgöttisch, wird dabei aber nur ausgenutzt und findet das später nach einer Trennung und nach vielem Nachdenken heraus, dann ist das ein großer Schock. Fast wie ein Schlag mit der flachen Hand ins Gesicht.

Klar kommt man dann ins Grübeln, warum man das nicht schon eher gemerkt habe. Bei sehr empfindlichen Personen kann es jedoch auch zu Hass auf das gesamte Geschlecht, von dem sie hintergangen wurden, führen. Und dies ist bereits ein Fall für professionelle Hilfe, denn so ein Hass kann Menschen dazu bringen immer wieder neue Beziehungen einzugehen, um diesen Personen Schmerz zuzufügen oder gar umzubringen.

Grade heute noch habe ich einen solchen nachgespielten Fall in einer der vielen Gerichtsshows gesehen.

Über all diese Dinge konnte ich so ausführlich schreiben, weil ich fast die ganze Spannbreite, über die ich geschrieben habe, selbst erlebt habe. Hinzufügen will ich noch, dass ich keinerlei Hass auf das andere Geschlecht empfinde und entwickelt habe.

Und ich denke, es ist unnötig zu erwähnen, dass ich mich wegen der Anfangsszenerie nie umgebracht habe.

Allerdings muss ich eingestehen zu der Kategorie Mensch gehört zu haben, die sich selbst verletzt haben und gedacht haben zu feige zu sein, um sich umzubringen.

In dieser, für mich, schweren Zeit habe ich allerdings sehr gute Freunde gehabt, die mich aufgemuntert, mir Mut gegeben und mich am Leben gehalten haben.

Heute kann ich stolz sagen, dass ich, seit ich mit meinem jetzigen Freund zusammen bin, nicht mehr so denke, trotz Fernbeziehung sehr glücklich bin und anderen, die die selben Probleme haben, wie ich sie einst hatte, helfe darüber hinweg zu kommen, dem Tod den Rücken zu zukehren und sich dem Leben zu zuwenden.

18
Mai
08

Gedanken eines 14-jährigen Mädchens

Ich sitze in meinem Zimmer,

bin traurig,

schaue mich um,

sehe die Schere.

Sie glänzt im Licht meiner Schreibtischlampe.

Ich nehme sie in die Hand,

fahre mit meinem Daumen über die Klinge.

Ich denke über mein Leben nach

und welchen Sinn es überhaupt noch hat,

ob es jemals einen Sinn hatte?

Mir kommen meine Freunde in den Sinn.

Sie würden mich nicht vermissen.

Keiner würde das.

Warum erschafft Gott Leben,

wenn es einem dann so schlecht geht?

man nicht mehr Leben will?

Kann man das eigentlich noch Leben nennen?

Ist es nicht viel mehr Dahinvegetieren?

Egal was es ist,

es ist in jedem Falle sinnlos.

Existiere ich noch?

Der Tod und was danach kommt, wär bestimmt viel schöner.

Warum werden einem immer Leute die man liebt genommen?

Wieso sind manche Städte so weit voneinander entfernt?

Wer ist Schuld an allem Leid?

Gott?

Der Staat?

Ich?

Mir ist egal, wer die Schuld auf sich nehmen sollte,

das einzige was ich will ist Liebe…

Aber man wird Tag für Tag davon abgehalten sie auszuleben…

Ich bin gerade mal 14 Jahre alt,

aber ich fühle mich wie 80 oder älter.

Wär ich mal lieber 80,

dann hätt ich diese Probleme jetzt nicht.

Ich hätte keine Probleme mit meinem Freund

Und mit dem was meine Eltern dazu sagen.

All das geht mir jetzt durch den Kopf, wenn ich die Schere in der Hand habe und sie anstarre.

Und je länger ich über alles nachdenke,

desto schmerzerfüllter werde ich.

Ich will nur alleine sein.

Und ich bin allein,

habe die Schere in der Hand

und setze sie an meinen Arm.

Ich drücke zu,

ritze mir in die Haut.

Der Schmerz tut gut,

ich spüre keine innerlichen Gefühle mehr.

Nur noch den Schmerz meines Armes.

Wieder setze ich die Schere an.

Wieder ritze ich hinein,

diesmal stärker.

Es blutet.

Das Blut zu sehen tröstet mich,

es löst eine innere Zufriedenheit in mir aus.

Mir wird warm.

Die Stelle an der es blutet brennt,

brennt wie Feuer.

Jetzt setze ich die Schere direkt an die Ader an,

drücke zu,

aber lasse wieder los.

Ich bringe es nicht über mich.

Und jetzt geht’s mir noch schlechter als vorher,

verabscheue mich, für das was ich getan habe.

Ich wollte es doch nicht wieder tun,

aber ich habe wieder einmal versagt,

meinen Willen quasi gegen meinen Willen gebrochen…




 

Mai 2012
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