Archiv für 6. Mai 2010

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Wäre mein Leben ein Film

Folgender Text entstand im Schreibfluss beim kreativen Schreiben.
Wäre mein Leben ein Film, ein “Werk auf Band”, was wäre es dann?
Ein Action-Film mit blutigen Nasen, Erbrochenem auf dem Pausenhof und triefender Spucke im Gesicht?
Ein Drama mit Nahaufnahmen meiner von Tränen geröteten Augen, als mir klar wurde, das SIE mich nicht verachten, sondern hassen?
Ein Krimi ohne Mordopfer? Dafür aber mit einem Schulpsychologen auf der Suche nach dem Schänder meiner zerstörten Seele?
Oder ein Kunstfilm mit hypnotisierenden Farbstichen, wenn ich mal wieder im Unterricht eingeschlafen war, weil mein Bett in der vergangenen Nacht wieder kalt blieb?
Vielleicht der moderner Western, mit High Noon im Klassenzimmer, mit mir als Held der die spitze Schere schneller warf?
Auf keinen Fall eine Doku mit betroffenen “Bekannten” und Familienangehörigen, die schluchzend Sachen sagen wie: “Das konnte doch keiner Ahnen, als Kind hat er so gerne geschrieben und gelacht”.
Grausame, abstoßende Vorstellungen.
Ich drehe einfach meinen eigenen Film, ich scheiß’ auf Genre und Stil, ich dreh jetzt meinen eigenen Streifen und nenne ihn “Leben des jungen M. – Eine Tragödie die keiner sehen wollte.” Und wenn alle einen mitleidigen, selbstbeweihräuchernden Movie erwarten, dann werden sie sich wundern.
Der junge M wird von keinem gerettet, er ballert auch niemanden nieder. Und die letzte Szene wird auf dem Dach einer Bausünde aus den 60′ern spielen. Er wird von niemandem hinabgestürzt. Er wird auch nicht im letzten Moment von einem anderen auf dem Dach angesprochen, Ich bin nicht Hornby. Der junge M. wird einfach springen und elegant auf dem nächsten Dach landen und in das langsam schwindende Sonnenlicht schreiten.



 

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